Zweites Standbein neben der eigenen Firma — meine Erfahrung mit dem Aufbau
Zitat von Gruender am Juli 30, 2026, 2:45 p.m. UhrIch bin seit vier Jahren selbstständig, kleine Firma, zwei Leute. Was mich am Gründerdasein am meisten belastet hat, war nie die Arbeitsmenge. Es war die Unregelmäßigkeit. Ein starker Monat, dann zwei mittelmäßige, dann kündigt ein Kunde, und plötzlich rechnet man wieder mit spitzem Bleistift.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich dieses Grundrauschen im Kopf nicht wegbekomme, indem ich mehr arbeite. Mehr Arbeit heißt nur mehr Umsatz aus derselben unsicheren Quelle. Was fehlte, war Einkommen, das von meiner Firma vollkommen unabhängig ist.
Dividenden waren dafür meine Wahl, und zwar aus einem Grund, der wenig mit Rendite zu tun hat: Sie kommen, ohne dass ich etwas tun oder verkaufen muss. Bei einer Immobilie hätte ich Mieter, Handwerker und Verwaltung am Hals gehabt, also noch mehr Beschäftigung. Bei einem zweiten Onlinegeschäft wäre ich wieder selbst der Engpass gewesen.
Ehrlich gesagt bin ich lange planlos vorgegangen. Ich habe gekauft, was in Foren oft genannt wurde, ohne jede eigene Prüfung. Das ging so lange gut, bis zwei meiner Positionen ihre Ausschüttung zusammengestrichen haben und ich nicht mal sagen konnte, ob das absehbar gewesen wäre. Genau da habe ich beschlossen, das ordentlich zu lernen statt weiter zu raten.
Geworden ist es die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, der als Dividenden Backpacker unterwegs ist. Der Kurs deckt die drei Fragen ab, an denen ich hing: Wie finde ich Kandidaten, wie prüfe ich sie, und wann steige ich ein beziehungsweise wieder aus.
Was mir als Unternehmer besonders eingeleuchtet hat, ist die Denkweise dahinter. Man schaut sich ein Unternehmen an wie einen möglichen Geschäftspartner: Verdient der Laden verlässlich Geld, ist die Verschuldung tragbar, kommt der Gewinn aus dem Kerngeschäft oder aus Sondereffekten. Das sind Fragen, die ich bei einem Kunden ganz selbstverständlich stelle, bevor ich in Vorleistung gehe. Bei Aktien hatte ich sie mir vorher nie gestellt.
Zum Umfang: Es sind elf Module, insgesamt über 65 Lektionen. Ich habe das über etwa zehn Wochen nebenbei durchgezogen, meistens abends. Dazu kommt ein Newsroom-Zugang für neues Material. Bezahlt wird einmalig, es ist kein Abo, was mir wichtig war, weil ich für die Firma schon genug laufende Kosten habe. Nach Angaben des Anbieters sind bislang mehr als 700 Leute durch den Kurs gegangen.
Was ich als Gründer aber deutlich sagen will: Das ist ein sehr langsamer Hebel. In den ersten Jahren sind die Beträge, die da ankommen, gemessen am Firmenumsatz lächerlich klein. Der Effekt entsteht erst über eine sehr lange Strecke und nur dann, wenn man regelmäßig nachlegt und nichts wieder herausnimmt. Wer glaubt, damit in absehbarer Zeit ein Gehalt zu ersetzen, unterschätzt die Zeitachse massiv.
Dazu die Risiken, die man nicht wegdiskutieren kann: Kurse können deutlich fallen, und eine Dividende ist keine Zinszahlung, sondern ein Beschluss, der jährlich neu gefasst wird. In einer Krise wird gekürzt, gerade dann, wenn das eigene Geschäft ebenfalls schwächelt. Diese Gleichzeitigkeit sollte man einkalkulieren.
Offenlegung: Ich verlinke als Partner und verdiene an einem Kauf mit. Wen die Aufstellung interessiert, der kommt über diese Seite zur kompletten Kursbeschreibung. Ohne meinen Link geht es natürlich genauso.
Ein praktischer Punkt zum Schluss, den ich hier noch nirgends gelesen habe: Ich überweise inzwischen an jedem Monatsersten einen festen Betrag aus der Firma auf mein privates Anlagekonto, bevor ich irgendwas anderes bezahle. Nicht das, was übrig bleibt, sondern ein vorher festgelegter Betrag. In guten Monaten fällt das nicht auf, in schwachen tut es weh, aber genau deshalb funktioniert es überhaupt.
Zweiter Punkt: Ich fasse dieses Depot nicht als Firmenreserve auf. Für Rücklagen gibt es ein separates Konto. Sonst hätte ich das Geld beim ersten größeren Ausfall wieder herausgezogen und stünde heute bei null.
Was ich unterschätzt hatte, ist der psychologische Effekt. Sobald ein Teil meines Vermögens nicht mehr an meiner Firma hängt, verhandle ich anders. Ich nehme Aufträge, bei denen der Preis nicht stimmt, seltener aus Angst an. Das ist schwer zu beziffern, hat sich aber schneller ausgezahlt als jede Ausschüttung, die bisher angekommen ist, und war für mich das eigentliche Argument.
Interessiert mich: Baut ihr neben der Firma etwas Unabhängiges auf, oder steckt bei euch alles wieder ins Geschäft? Und wenn ja, entnehmt ihr feste Beträge oder immer nur den Überschuss?
Ich bin seit vier Jahren selbstständig, kleine Firma, zwei Leute. Was mich am Gründerdasein am meisten belastet hat, war nie die Arbeitsmenge. Es war die Unregelmäßigkeit. Ein starker Monat, dann zwei mittelmäßige, dann kündigt ein Kunde, und plötzlich rechnet man wieder mit spitzem Bleistift.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich dieses Grundrauschen im Kopf nicht wegbekomme, indem ich mehr arbeite. Mehr Arbeit heißt nur mehr Umsatz aus derselben unsicheren Quelle. Was fehlte, war Einkommen, das von meiner Firma vollkommen unabhängig ist.
Dividenden waren dafür meine Wahl, und zwar aus einem Grund, der wenig mit Rendite zu tun hat: Sie kommen, ohne dass ich etwas tun oder verkaufen muss. Bei einer Immobilie hätte ich Mieter, Handwerker und Verwaltung am Hals gehabt, also noch mehr Beschäftigung. Bei einem zweiten Onlinegeschäft wäre ich wieder selbst der Engpass gewesen.
Ehrlich gesagt bin ich lange planlos vorgegangen. Ich habe gekauft, was in Foren oft genannt wurde, ohne jede eigene Prüfung. Das ging so lange gut, bis zwei meiner Positionen ihre Ausschüttung zusammengestrichen haben und ich nicht mal sagen konnte, ob das absehbar gewesen wäre. Genau da habe ich beschlossen, das ordentlich zu lernen statt weiter zu raten.
Geworden ist es die Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, der als Dividenden Backpacker unterwegs ist. Der Kurs deckt die drei Fragen ab, an denen ich hing: Wie finde ich Kandidaten, wie prüfe ich sie, und wann steige ich ein beziehungsweise wieder aus.
Was mir als Unternehmer besonders eingeleuchtet hat, ist die Denkweise dahinter. Man schaut sich ein Unternehmen an wie einen möglichen Geschäftspartner: Verdient der Laden verlässlich Geld, ist die Verschuldung tragbar, kommt der Gewinn aus dem Kerngeschäft oder aus Sondereffekten. Das sind Fragen, die ich bei einem Kunden ganz selbstverständlich stelle, bevor ich in Vorleistung gehe. Bei Aktien hatte ich sie mir vorher nie gestellt.
Zum Umfang: Es sind elf Module, insgesamt über 65 Lektionen. Ich habe das über etwa zehn Wochen nebenbei durchgezogen, meistens abends. Dazu kommt ein Newsroom-Zugang für neues Material. Bezahlt wird einmalig, es ist kein Abo, was mir wichtig war, weil ich für die Firma schon genug laufende Kosten habe. Nach Angaben des Anbieters sind bislang mehr als 700 Leute durch den Kurs gegangen.
Was ich als Gründer aber deutlich sagen will: Das ist ein sehr langsamer Hebel. In den ersten Jahren sind die Beträge, die da ankommen, gemessen am Firmenumsatz lächerlich klein. Der Effekt entsteht erst über eine sehr lange Strecke und nur dann, wenn man regelmäßig nachlegt und nichts wieder herausnimmt. Wer glaubt, damit in absehbarer Zeit ein Gehalt zu ersetzen, unterschätzt die Zeitachse massiv.
Dazu die Risiken, die man nicht wegdiskutieren kann: Kurse können deutlich fallen, und eine Dividende ist keine Zinszahlung, sondern ein Beschluss, der jährlich neu gefasst wird. In einer Krise wird gekürzt, gerade dann, wenn das eigene Geschäft ebenfalls schwächelt. Diese Gleichzeitigkeit sollte man einkalkulieren.
Offenlegung: Ich verlinke als Partner und verdiene an einem Kauf mit. Wen die Aufstellung interessiert, der kommt über diese Seite zur kompletten Kursbeschreibung. Ohne meinen Link geht es natürlich genauso.
Ein praktischer Punkt zum Schluss, den ich hier noch nirgends gelesen habe: Ich überweise inzwischen an jedem Monatsersten einen festen Betrag aus der Firma auf mein privates Anlagekonto, bevor ich irgendwas anderes bezahle. Nicht das, was übrig bleibt, sondern ein vorher festgelegter Betrag. In guten Monaten fällt das nicht auf, in schwachen tut es weh, aber genau deshalb funktioniert es überhaupt.
Zweiter Punkt: Ich fasse dieses Depot nicht als Firmenreserve auf. Für Rücklagen gibt es ein separates Konto. Sonst hätte ich das Geld beim ersten größeren Ausfall wieder herausgezogen und stünde heute bei null.
Was ich unterschätzt hatte, ist der psychologische Effekt. Sobald ein Teil meines Vermögens nicht mehr an meiner Firma hängt, verhandle ich anders. Ich nehme Aufträge, bei denen der Preis nicht stimmt, seltener aus Angst an. Das ist schwer zu beziffern, hat sich aber schneller ausgezahlt als jede Ausschüttung, die bisher angekommen ist, und war für mich das eigentliche Argument.
Interessiert mich: Baut ihr neben der Firma etwas Unabhängiges auf, oder steckt bei euch alles wieder ins Geschäft? Und wenn ja, entnehmt ihr feste Beträge oder immer nur den Überschuss?
