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Geld verdienen mit dem Partnerprogramm von Ralf Schmitz ohne Startkapital

Wenn in diesem Unterforum jemand schreibt, er habe kein Startkapital, ist damit in den seltensten Fällen gemeint, dass gar kein Einsatz nötig wäre. Gemeint ist meistens, dass der Einsatz nicht aus Geld besteht, sondern aus Zeit, und das sind zwei ziemlich unterschiedliche Dinge, die hier im Forum trotzdem gern in einen Topf geworfen werden. Genau diese Verwechslung lese ich in diesem Board immer wieder heraus, wenn jemand fragt, ob es wirklich Modelle gibt, die komplett ohne eigenes Geld starten. Beim Partnerprogramm von Ralf Schmitz kann ich diese Frage mit Ja beantworten, allerdings mit einem Zusatz, den ich hier ausführlicher aufschreiben will: „ohne Startkapital“ bedeutet nicht „ohne Aufwand“, und wer beides verwechselt, ist nach den ersten Wochen meistens enttäuscht. Deshalb gehe ich einmal sauber durch, was bei diesem Modell tatsächlich wegfällt, was trotzdem an eigenem Einsatz bleibt und was der Begriff „passiv“ in diesem Zusammenhang wirklich bedeutet.

Was ohne Startkapital tatsächlich wegfällt

Der Mann hinter dem Programm ist im deutschen Affiliate Marketing seit vielen Jahren eine feste Größe: Firmengründung 2006/2007, den VIP Affiliateclub als eigentliches Partnerprogramm gibt es seit 2011, und mittlerweile sind laut Anbieter mehr als 85 Millionen Euro Umsatz und über 16.000 angemeldete Partner zusammengekommen. Für ein Gründerforum wie dieses hier ist vor allem interessant, was im Vergleich zu einer klassischen Gründung fehlt. Es gibt keinen Wareneinkauf, weil ich kein eigenes Produkt verkaufe, sondern eines der rund 200 bereits fertigen Produkte bewerbe, die mit einer einzigen Anmeldung freigeschaltet sind. Es gibt kein Lager, weil nichts davon selbst verschickt werden muss. Es gibt keine eigene Produktentwicklung, weil Kurse, Coachings und Bücher längst existieren und vom Anbieter selbst weiter optimiert werden. Und es gibt keine Anmeldegebühr: Der Zugang ist kostenlos, es gibt weder eine Bewerbung noch eine manuelle Prüfung, direkt nach der Registrierung im Partnerbereich ist der Zugriff auf alle Produkte freigeschaltet. Die Provision liegt in den meisten Fällen bei 50 % vom Verkaufspreis, bei einem Kurs für 297 Euro sind das 148,50 Euro pro Verkauf, abgerechnet komplett über Digistore24.

Was stattdessen an eigenem Einsatz bleibt

Genau hier liegt der Teil, der in kurzen Ankündigungen gerne verschwiegen wird. Kein Geld einzusetzen heißt nicht, dass man nichts einsetzt, sondern nur, dass der Einsatz an anderer Stelle liegt. Bei mir sind das im Kern vier Dinge:

  • Zeit — fürs Schreiben von Beiträgen, das Einarbeiten in ein Produkt und das Beantworten von Rückfragen aus der eigenen Leserschaft
  • Inhalte — eigene Texte mit eigenen Worten, im besten Fall mit echter Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Produkt, nicht nur ein nackter Link
  • Zielgruppenaufbau — irgendjemand muss den Beitrag überhaupt lesen und dem eigenen Link vertrauen, sonst bringt die beste Provisionsstruktur nichts
  • Geduld — bis aus ein paar Lesern eine feste Stammleserschaft wird, vergehen eher Monate als Tage

Für ein Gründerforum wie dieses lohnt sich der Vergleich mit einer klassischen Firmengründung: Dort steckt der Einsatz häufig in einem Kredit oder in Ersparnissen, hier steckt er in der Zeit, die investiert wird, bevor überhaupt der erste Verkauf zustande kommt. Wer erwartet, nach der Anmeldung ein paar Links zu setzen und dann zuzusehen, wie Verkäufe reinkommen, wird vermutlich enttäuscht. Ohne Reichweite oder wenigstens einen realistischen Plan, wie sie entstehen soll, passiert schlicht nichts, unabhängig davon, wie gut das einzelne Produkt oder wie hoch die Provision ausfällt.

Was „passiv“ in diesem Zusammenhang wirklich bedeutet

Das Wort „passiv“ wird in solchen Threads oft so benutzt, als würde sich ein Einkommen von ganz allein am Laufen halten. Das trifft nur einen Teil der Wahrheit. Ein Beitrag, den ich einmal fertig geschrieben habe, kann tatsächlich weiterlaufen, ohne dass ich an diesem konkreten Tag noch etwas dafür tue, in dem Sinn ist die Provision daraus passiv, weil sie nicht an eine bestimmte Arbeitsstunde am selben Tag gekoppelt ist. Von selbst entsteht dieser Beitrag aber nicht, und er bleibt auch nicht dauerhaft aktuell. Produkte ändern sich, Preise werden angepasst, aus einem Kurs wird eine neue Version, und ein Beitrag, der vor einem Jahr noch gestimmt hat, kann heute in einem Detail veraltet sein. Wer seine Texte nie wieder anfasst, läuft Gefahr, irgendwann auf ein Produkt zu verweisen, das es in der beschriebenen Form gar nicht mehr gibt. „Passiv“ heißt für mich deshalb eher: Der Aufwand verschiebt sich nach vorne, in die Erstellung und die gelegentliche Pflege, und wird nicht mit jedem einzelnen Verkauf erneut fällig. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Modellen, bei denen für jeden Euro Umsatz persönlich neu etwas geleistet werden muss, aber ein Selbstläufer ganz ohne eigenes Zutun wird daraus trotzdem nicht.

Bezahlte Anzeigen sind erlaubt, aber eben nicht umsonst

Ein Punkt, der in der Startkapital-Debatte gerne untergeht: Wer den organischen Weg über eigene Beiträge zu langsam findet, darf laut den Teilnahmebedingungen auch mit Facebook Ads oder Google Ads werben, beides ist ausdrücklich erlaubt. Nur ist genau das der Moment, in dem aus „ohne Startkapital“ wieder ein Modell mit echtem Kapitaleinsatz wird, denn bezahlte Anzeigen kosten Geld, unabhängig davon, ob am Ende überhaupt jemand über den Link kauft. Der organische Weg bleibt dagegen kostenfrei, verlangt dafür aber Zeit statt Geld, und genau darauf läuft die ganze Unterscheidung am Ende hinaus. Ein paar weitere Leitplanken aus den Teilnahmebedingungen sollte man ohnehin kennen, bevor der erste eigene Beitrag online geht: Unaufgeforderte Werbe-Mails und Massenposts in Gruppen sind tabu, ebenso Paidmailer, Viralmailer und Klicksysteme, ein Kauf über den eigenen Link ist ausgeschlossen, und pro Tag und Plattform ist maximal ein Beitrag erlaubt. Bei einem Verstoß droht der dauerhafte Ausschluss aus dem Programm, inklusive bereits erarbeiteter Provisionen, was ich als klare Ansage verstehe, sauber zu arbeiten statt nach Abkürzungen zu suchen.

Unterm Strich bleibt für mich: Das Partnerprogramm von Ralf Schmitz nimmt einem tatsächlich einiges ab, das eine klassische Gründung an Kapital verlangen würde, Wareneinkauf, Lager, Produktentwicklung, Anmeldegebühr und Mindestumsatz fallen komplett weg, die Produkt- und Konditionsübersicht im Partnerbereich zeigt das im Detail. Was bleibt, lässt sich nicht wegdiskutieren: eigene Zeit, eigene Inhalte, eine Zielgruppe, die einem irgendwann vertraut, und die Geduld, bis daraus regelmäßige Verkäufe werden. Wer das von Anfang an so einordnet, wird von diesem Modell nicht enttäuscht, wer sich dagegen ein Einkommen erhofft, das ganz allein durchläuft, sucht hier am falschen Ort. Wie handhabt ihr das für euch in diesem Board: Rechnet ihr euren eigenen Zeitaufwand bei solchen Modellen bewusst gegen, oder zählt für euch am Ende nur, dass kein eigenes Geld auf dem Spiel steht?